"Fuel Shortage in FRA": Lufthansa reagiert auf eine angespannte Treibstoffversorgung am größten Konzerndrehkreuz. Der Flugbetrieb weist Piloten auf eine "eingeschränkte" Kraftstoffversorgung hin, das Memo liegt aero.de vor. Zunächst berichtete die "Bild".
Die Mangellage geht demnach auf niedrige Pegel der Schifffahrtwege zurück - der Frankfurter Flughafen wird über ein Main-Terminal mit Treibstoff versorgt, wegen Niedrigwasser im Rhein können Tankschiffe aktuell weniger Kerosin anliefern als sonst.
Laut Lufthansa bestehen zeitgleich nicht näher beschriebene Einschränkungen bei "Pipeline-Kapazitäten".
Um den Flugbetrieb sicherzustellen, sollen A320-Crews an anderen Flughäfen Extra-Treibstoff aufnehmen - allerdings in klar definierten Grenzen. In Frankfurt sollen A320 "maximal" 8,0 Tonnen in den Tanks haben, Airbus-Großraumflugzeuge Gewichtsgrenzen für Schleppvorgänge einhalten. Über das "Tankering" will Lufthansa die Reserven in Frankfurt schonen.
"Mit Flugstreichungen ist (...) derzeit nicht zu rechnen", sagte eine Lufthansa-Sprecherin der "Bild".
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport teilte mit, es finde derzeit eine turnusgemäße Wartung einer Pipeline statt, die auch den Flughafen mit Kerosin versorge.
Ein Engpass durch diese Routine-Wartung werde wegen anderer Versorgungswege und großer Tank-Speichermöglichkeiten nicht erwartet. "Die Betriebsfähigkeit des Flughafens ist somit davon nicht beeinträchtigt", so Fraport.
Tanklager am Flughafen
Der Frankfurter Flughafen puffert über Tanks einen Bedarf für bis zu 14 Flugtage. Ein Zweckverband der großen Kerosinlieferanten am Lufthansa-Drehkreuz, die "Hydranten-Betriebs OHG" (HBG) kann im Norden des Flughafens bis zu 186.000 Kubikmeter - 186 Millionen Liter - Kerosin bunkern.
HBG-Speicher werden vorwiegend über den eigenen Mainhafen aufgefüllt, ersatzweise auch über einen Abzweig der zentralen NATO-Pipeline. Aus den zehn oberirdischen Tanks führt ein über 60 Kilometer langes Leitungssystem zu den Tankpositionen.
Condor: Flüge finden planmäßig statt
Condor sieht ihren Drehkreuzbetrieb in Frankfurt durch den aktuellen Engpass "nicht beeinträchtigt", sagte eine Sprecherin aero.de am Donnerstag. "Condor ist aktuell nicht von der bestehenden Limitierung bei der Kerosinversorgung am Flughafen Frankfurt betroffen. Unsere Flüge finden wie geplant statt und es bestehen keine Einschränkungen für Condor-Gäste."
Condor stehe "in engem Austausch mit den relevanten Partnern" und beobachte "die weitere Entwicklung der Versorgungssituation aufmerksam".
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 14.10.2026 21:13







Kommentare (7) Zur Startseite
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Auch die genannten 14 Tage sollte man einordnen: Die maximale Speicherkapazität sagt zunächst nichts über den aktuellen Füllstand aus. Bei eingeschränkter Nachlieferung hängt die Reichweite der Vorräte davon ab, wie viel tatsächlich vorhanden ist und wie groß die Differenz zwischen Zufluss und Verbrauch bleibt.
Beim A320 steht im Artikel außerdem „maximal acht Tonnen“, nicht, dass jede Maschine zwingend acht Tonnen mitbringen soll. Ob diese Menge mit dem maximalen Landegewicht vereinbar ist, hängt vom übrigen Flugzeuggewicht einschließlich Passagieren, Gepäck und Fracht ab. Einen pauschalen Widerspruch zum MLW gibt es damit nicht; die jeweiligen Gewichtsgrenzen müssen selbstverständlich eingehalten werden.
Man kann darüber diskutieren, ob „Kerosinmangel“ die Lage treffend beschreibt oder „eingeschränkte Kerosinversorgung“ präziser wäre. Für das eindeutige Urteil „nur Clickbait“ reichen die genannten Argumente aber ebenfalls nicht. Ein Engpass kann real sein und durch Vorsorge beherrscht werden – genau dafür sind Reserven und betriebliche Gegenmaßnahmen da.